Anlässlich des Tags der Stadtebauförderung
Im Münchner Stadtteil Neuaubing sind noch 8 Baracken eines ehemaligen NS-Zwangsarbeiter*innenlagers erhalten. Während des Zweiten Weltkriegs waren hier bis 1.000 Zwangsarbeiter*innen aus unterschiedlichen Ländern untergebracht, die beim nahegelegenen Ausbesserungswerk der Reichsbahn eingesetzt waren. Es war eine von insgesamt 30.000 Massenunterkünften im Deutschen Reich. Mehr als 13 Millionen Menschen wurden vom NS-Regime aus ganz Europa verschleppt und ausgebeutet.
Nach 1945 haben vielfältige Nachnutzungen die Spuren der Vergangenheit teilweise überschrieben. Auch die Geschichte des Geländes in Neuaubing geriet in Vergessenheit. Heute werden die Baracken u.a. von Künstler*innen, Handwerker*innen und einem Kindergarten genutzt. In den nächsten Jahren wird das Areal denkmalgerecht saniert und zu einem Erinnerungsort weiterentwickelt. In zwei Baracken wird eine Dependance des NS-Dokumentationszentrums München eingerichtet. Die Baumaßnahmen werden aus mehreren Förderprogrammen mitfinanziert, u. a. durch das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ und das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“.
Der Rundgang über das Gelände zeigt die baulichen Spuren der Vergangenheit, erzählt die Geschichte des Ortes und der dort untergebrachten Zwangsarbeiter*innen und informiert über die Pläne zur Einrichtung eines Erinnerungsortes. Der Rundgang umfasst Teile des ehemaligen Lagers, das aktuell saniert wird, sowie ausgewählte Punkte in der Nachbarschaft.
Veranstalter
NS-Dokumentationszentrum München
Ort
Erinnerungsort Neuaubing, Treffpunkt: Ehrenbürgstraße 9, Zugang über Ehrenbürgstraße
Teilnahme kostenfrei
Geeignet für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren
Weitere Informationen
https://www.nsdoku.de/