Der Erfolg faschistischer Bewegungen und Parteien lässt sich nicht allein mit Angst und Wut erklären. Ebenso ausschlaggebend sind die Lust und das Vergnügen an Gewalt und Aggression. So ist Rassismus besonders intensiv, wenn er erotisch aufgeladen ist, etwa, wenn Migration als sexuelle Bedrohung für deutsche Frauen dargestellt wird. Neben diesem „sexy Rassismus“, so die Historikerin Dagmar Herzog, ist eine obsessive Behindertenfeindlichkeit elementarer Grundbaustein radikalrechter Programme.
In ihrem Buch „Der neue faschistische Körper“ (Wirklichkeit Books, 2025) unternimmt Dagmar Herzog den Versuch, die Geistesgeschichte dieser beiden Phänomene – libidinöse Intensivierung im Faschismus und Feindseligkeit gegenüber als imperfekt wahrgenommenen Körpern – zusammenzudenken. Denn nur wer die Gefühlswelten und Debatten vergangener Faschismen studiert, kann ihre gegenwärtige Erscheinungsform verstehen und bekämpfen.
Mit der Soziologin Paula-Irene Villa Braslavsky (Ludwig-Maximilians-Universität) spricht die Autorin über die historischen Verbindungen zwischen Rassismus, Ableismus und sexualisierten Gewaltbildern – und erläutert mit Blick auf die USA und Deutschland, wie beunruhigend präsent diese Phänomene auch heute wieder sind.
Veranstalter
NS-Dokumentationszentrum München, Amerikahaus München und Bayerische Amerika-Akademie in der gemeinsamen Reihe „Voices of Democracy“
Ort
NS-Dokumentationszentrum München, Treffpunkt: Saal
Keine Anmeldung notwendig.
Teilnahme kostenfrei.
Sprache
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt und wird von den Museum Signers in Deutsche Gebärdensprache übersetzt.
Weitere Informationen
https://www.nsdoku.de/